Die minimal invasive ventrale Versteifung von der Seite (OLIF)


Wann und bei wem ist OLIF indiziert?

Bei fortgeschrittenem Bandscheibenverschleiss kann es zur Instabilität / Wirbelgleiten und Verformung der Wirbelsäule in der frontalen Ebene kommen. Diese Krümmung der Wirbelsäule ist bekannt man unter dem Fachbegriff degenerative Skoliose.

Die Instabilität der Lendenwirbelsäule (Wirbelgleiten bzw. Spondylolisthese) und die Krümmung der Wirbelsäule können zu chronischen Schmerzen im Lendenwirbelberiech und/oder ausstrahlende Schmerzen in den Beinen führen.

Bild einer degenerativen Skoliose. Man kann die Achsenfehltstellung und Krümmung der Lendenwirbelkörper und das Vakkuumphänomen (in schwarz) auf Höhe der Bandscheibe L5/S1 beobachten (Zeichen einer Instabilität).
Diese Bidler zeigen eine achsengerechte Lendenwirbelsäule in 2 Ebenen nach operativer Korrektur der degenerativen Skoliose mit zwei OLIF Bandscheibenersätzen (markiert durch rote Pfeile).

Degenerative Skoliose und Instabilitäten / Wirbelgleiten gehören zu den komplexen Erkrankungen der Wirbelsäule, da die Krümmung der Lendenwirbelsäule in mehreren Ebenen und bis zu hohen Verformungsgraden erfolgen kann.

Fortgeschrittene Verformungen, Krümmungen und Instabilitäten der Wirbelsäule benötigen ebenfalls fortgeschrittene Techninken der Wirbelsäulenchirurgie, wie z.B. den ventralen Zugang eines Bandscheibenersatzes  und die Fusion von der Seite (OLIF), die es erlauben grossflächige Implantate zur Krümmungskorrektur einzusetzen.



Vorteile von OLIF

OLIF ist eine fortgeschrittene chirurgische Technik für die Wirbelsäule, die es erlaubt einen grossflächigen Bandscheibenersatz in die Bandscheiben einzufügen und damit hochgradige Krümmungen und Instabilitäten der Lendenwirbelsäule zu kompensieren.

Beispiel einer Patientin mit einer degenerativen Skoliose der Lendenwirbelsäule (Bild in der Mitte) und Wirbelgleiten auf Höhe der Banscheiben L2/L3 und L3/L4 (man sehe im linken und rechten Bild eine Stufe zwischen den jeweiligen angrenzenden Wirbelkörpern), die mit OLIF optimal korrigiert werden könnnen.

OLIF ist eine minimal invasive Chirurgie, die anhand von einem nur 4-5 cm langen Hautschnitt an der Bauchseite durchgeführt wird und damit eine schnelle Genese des Patienten ermöglicht. Ein/e Patientin/in kann meistens 4-5 Stunden nach der Operation bereits selbstständig gehen und kann innerhalb der ersten 24 Stunden nach der Operation vom Krankenhaus entlassen werden.

Diese Bilder zeigen eine achsengerechte Korrektur der Krümmung nach OLIF Chirurgie des vorherigen Falles. Man kann die Korrektur der degenerativen Skoliose (Bild links) und des Wirbelgelitens (Bild rechts) mit den grossflächigen OLIF bandscheibenersätzen beobachten. Diese Patientin konnte bereits wenige Stunden nach der Operation selbstständig laufen und wurde 24 Stunden nach der Operation vom Krankenhaus entlassen (siehe auch das Video weiter unten).

Die Vortiele von OLIF im Vergleich zu anderen chirurgischen Techniken von der Seite, wie z.B. XLIF, sind mehrfach: OLIF schont den Psoas-Muskel, da der Zugang an der Wirbelsäule von vorne am Psoas vorbei erfolgt. Der OLIF Zugang schützt damit die Nerven (femoralis und y genitofemoralis) und den lumbaren Plexus vor möglichen Schaden. Dadurch werden bei OLIF Beschwerden wie ausstrahlende Schmerzen, Kribbeln, Taubheitsgefühl und/oder Muskelschwäche an den Beinen nach der Operation vermieden (Beschwerden, die nach XLIF oft beobachtet werden können).


Klinischer Fall / Beispiel eines OLIF



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