Behandlung der Skoliose

Die konservative Behandlung der Skoliose


Je nach Ausmaß von Krümmung, Lokalisation, Alter, Symptomatik und Entwicklung im Rahmen von Verlaufsuntersuchungen empfehlen wir entweder konservative oder operative Korrekturmaßnahmen. 

Im Bereich der konservativen Behandlung werden unsere Patienten im Fall einer notwendigen Korsettbehandlung gemeinsam mit den zuständigen Orthopädietechnikern betreut. Ein solches Korsett ist sinnvoll, wenn noch ausreichend Wachstumspotenz vorhanden ist und sich die Skoliose in einem Bereich von 20 – 40 Grad Krümmungswinkel bewegt. Ist das Skelettalter schon fortgeschritten, die Skoliose höhergradig und im Verlauf zunehmend, wird hingegen in aller Regel eine Operation empfohlen. 



Die chirurgische Behandlung der Skoliose


Die klassische Skoliosechirurgie: die Versteifung der Wirbelsäule

Ziel der klassischen Skoliosechirurgie ist die unumkehrbare Versteifung (Fusion) der Wirbelsäule, so dass diese sich nach der Operation nicht mehr beugen lässt. 


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Ein grosser Fortschritt: eine dynamische, minimal-invasive Skoliosekorrektur

Dieses neue, minimal-invasive chirurgische Verfahren zur Korrektur der Skoliose erlaubt es die Beweglichkeit und Flexibilität der Wirbelsäule zu erhalten.


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Die Versteifung der Wirbelsäule

Die klassische Skoliosekorrektur hat das Ziel die Wirbelsäule zu Versteifen (Fusion der Wirbel). Ist die Versteifung erreicht, so ist das Ergebnis unumkehrbar und die Wirbelsäule bleibt für den Rest des Lebens des Patienten versteift und lässt sich nicht beugen.

Der Zugang an die Wirbelsäule bei der klassischen Skoliosekorrektur erfolgte in den letzten 30 Jahren über den Rücken des Patienten. Über einen offenen Zugang werden die Muskeln von der Wirbelsäule getrennt. Danach wird die WIrbelsäule mittels Schrauben und (Metall-) Stäben gerichtet. Seinerzeit ein grosser Fortschritt in der chirurgischen Behandlung der Skoliose, weist diese Chirurgie jedoch  Nachteile für den Patienten vor, wie u.A. dass die Versteifung dazu führt, dass die Wirbelsäule sich nicht mehr beugen lässt und diese auch unumkehrbar ist.

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Röntgenbild einer Skoliose vor der Chirurgie (Bild links) und nach der Chirurgie nach einer klassischen Versteifungsoperation mittels Schrauben und Stäbe (Bild rechts)

Das Ziel der klassischen Versteifungschirurgie ist die Wirbelsäule zu richten und zu versteifen, so dass sich nach der Chirurgie die Wirbelsäule nicht mehr beugen lässt. Das Wachstum des Rumpfes wird damit auch eingeschränkt. Nach erfolgter Fusion der Wirbel, lässt sich die Versteifung nicht mehr umkehren.

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© Verein Skoliose Schweiz

Vergleich des Rückens einer Patientin vor der Skoliosechirurgie (linkes Bild) und des Rückens derselben Patientin nach der chirurgischen Skoliosekorrektur (rechtes Bild). Man beachte den kompensierten Höhenstand der Schulter und Schulterblätter, sowie die Narbe mittig am Patientenrücken.

Über dem hinteren Zugang werden die Muskeln von der Wirbelsäule des Patienten bei der klassischen Chirurgie abgetrennt, was oft zu einem erheblichen Blutverlust und evtl. einem mehrtägigen Aufenthalt auf der Intensivstation (ITS) führen kann. Die Entlassung aus der Klinik erfolgt meisten erst 8-10 Tage nach der Operation.


Die dynamische und minimal-invsive Skoliosekorrektur (ASC / VBT)

Eine neue, minimal-invasive Chirurgie für die ventrale Korrektur der Skoliose

Am Morgenstern Institut für Skoliose (MIS) bieten wir eine neuartige Alternative zur Versteifung der Wirbelsäule an: eine neu entwickelte Operationsmethode, die ohne Versteifung die Behandlung der idiopathischen Skoliose erlaubt. Sie ist bekannt als die dynamische Skoliosekorrektur, auch “anterior scoliosis correction” (ASC) bzw. “Vertebral Body Tethering” (VBT) genannt. 

 

© Globus Inc.

Die Implantate der dynamischen Skoliosekorrektur (ASC / VBT) verbinden die Wirbel mit einem speziellen Band (geflochtener medizinischer Kunststoff). 

Bei dieser Technik werden die Wirbel mit einem speziellen Band (geflochtener medizinischer Kunststoff) dynamisch miteinander verbunden. Damit lässt sich die Krümmung der Skoliose korrigieren und die Wirbelsäule bleibt beweglich. Eine Versteifung wie in der klassischen Chirurgie üblich, wird mit der dynamischen Korrektur vermieden. 

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https://www.scoliosis.gen.nz/tethering

Vergleich der klassischen Wirbelsäulenversteifung anhand von Schrauben und Stäben (linkes Bild) mit der neuen dyanmischen Skoliosekorrektur anhand eines geflochtenen Bandes (rechtes Bild) an einem Kunstmodell der Wirbelsäule.

Die dynamische Skoliosekorrektur erlaubt es dem Kind/Jugendlichen die Beweglichkeit und Flexibilität der Wirbelsäule und des Rückens zu behalten und ermöglicht ein ausgeglichenes Wachstum des Rumpfes, so dass die dieser eine normale Grösse seinem Alter entsprechend erreichen kann. Zusätzlich führt der Ausgleich durch die Implantate der dynamischen Skoliosekorrektur zu einer weiteren Verminderung der Verformung mit dem Wachstum des Kindes.

© Dr. P Trobisch

Bilder einer Patientin nach einer dynamischen Skoliosekorrektur-Operation. Die Patientin kann Ihren Rücken beugen (Bilder links und in der Mitte) im Vergleich zu einer Patientin, die sich einer klassischen Wirbelsäulenversteifung unterzogen hat und den Rücken danach nicht mehr beugen kann (Bild rechts).

Ein weiterer Vorteil der dynamischen Skoliosekorrektur ist, dass die Chirurgie umkehrbar ist, da keine Versteifung (Fusion) der Wirbelsäule statffindet. Im seltenen Fall, dass der Patient trotz dynamischer Skoliosekorrektur zusätzlich eine Versteifungsoperation benötigen sollte, wäre es möglich diese problemlos durchzuführen. 



Dr. Morgenstern bei der Durchführung einer dynamischen Skoliosekorrektur  über einen minimal-invasiven Zugang an die Wirbelsäule über den Brustkorb des Patienten.

Die dynamische Skoliosekorrektur wird über einen minimal-invasiven, ventralen Zugriff an die Wirbelsäule durchgeführt. Der Zugriff erfolgt über die Rippen des Patienten in den Rumpf (ventralen thorakaler Zugang bzw. mini-Thorakotomie) und wird mittels eines Thorakoskops, eine hochauflösende Kamera, assistiert. Die Darstellung der Anatomie durch die hochauflösende Kamera ermöglicht eine präzise Chirurgie und verringert die Risiken einer Verletzung.



Röntgenbilder der Wirbelsäule einer Patientin mit einer lumbo-thorakalen Skoliose mit einem Cobb-Winkel von 50º vor der Korrekturoperation (Bild links) im Vergleich zum Röntgenbild nach der dynamischen Skoliosekorrektur (Bild rechts), die die Krümmung der Wirbelsäule auf 20º verringert hat.

 


© Dr. P Trobisch


Narben an der Seite einer Patientin nach der dynamischen Skoliosekorrektur, die mit dem Wachstum des Kindes sich weiter verkleinern werden (Bild links). Auf dem rechten Bild sieht man die erhaltene Beweglichkeit der Patientin nach der Operation (Bild rechts).

Der Zugang bei der dynamischen Skoliosekorrektur zählt zu den minimal-invasiven Eingriffen, so dass die post-operative Erholung sehr rasch ist und eine Entlassung aus dem Krankenhaus i.d.R. bereits nach nur 4 Tagen möglich ist (falls keine Komplikationen auftreten). Ein Aufenthalt auf der Intensivstation ist meistens nicht notwendig. Aufgrund des kleinen Zugriffes sind die Narben kleine, die Schmerzen nach der Operation gering und die Erholung nach der Operation findet schnell statt.

Am Morgenstern Institut für Skoliose in Barcelona arbeiten deutsche Chirurgen, die mit dem ventralen (anterior) Zugang an die Wirbelsäule sehr vertraut sind, da dieser zu den üblichen Zugängen der deutschen Chirurgieschule gehört. Wir sind in Deutschland und den USA ausgebildet worden, um die dynamische Skoliosekorrektur minimal-invasiv anzuwenden.


Wünschen Sie mehr über die dynamische Skoliosekorrektur zu erfahren?

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